Chronik

Sportliche Erfolge - Tradition und Gegenwart

Mit dem Fußball in Branitz wurde sporadisch begonnen, da erst nach und nach die Voraussetzungen für den Spielbetrieb geschaffen werden mußten.

Nach der Fertigstellung der Platzanlage im Jahr 1927 wurde am Spielbetrieb in der Kreisklasse teilgenommen. Die Saison erstreckte sich auf die Sommermonate. Eine relative kurze Zeit, in der einige Spieler noch in der Sportart Turnen aktiv waren. Leider ist die "Materiallage" zur Branitzer Fußballgeschichte teilweise nicht gut. So fehlen bereits Statisticken für den Zeitraum 1927 bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges, als der Spielverkehr zum Erliegen kam. Der Kriegsdienst rief viele aktive Fußballspieler zu "ihrer Pflicht". Der Fußballsport geriet in Vergessenheit, denn es gab in dieser Zeit wichtigere Dinge für die leidgeprüften Menschen.
Dann kam der Zusammenbruch des Hitlerregimes am 8. Mai 1945. Die Branitzer Bevölkerung bestand überwiegend aus Kindern, Frauen und älteren Männern.

Im Rahmen der demokratischen Sportbewegung gründete sich bereits im Jahr 1946 der Kreisfachausschuss Fußball Cottbus. Unter seiner Regie wurde ein gut organisierter Männer- und Nachwuchsspielbetrieb bis zum Spieljahr 1991/92 entwickelt. Der Sportverein Eiche Branitz wurde in Sportgemeinschaft Eiche Branitz umbenannt. Die Spielkleidungsfarben wurden aus den Gründerjahren übernommen (Trikot blau; Hose weiß; Stutzen blau). Wettkampfmäßig wurde ab dem Spieljahr 1954 wieder in Branitz gespielt.
Die Mannschaft wurde in die 3. Kreisklasse eingestuft.

Nach Abschluss des Spieljahres 1956 wurde der Aufstieg zur 2. Kreisklasse perfekt gemacht. In den nächsten sechs Spieljahren veränderte sich das Gesicht der Mannschaft gewaltig. Bis auf die Sportfreunde Manfred Balzke und Dieter Kulka präsentierte sich eine völlig neue und zugleich spielstarke Mannschaft. Im Spieljahr 1962/63 wurde der Meisterschaftsrhythmus von Frühjahr/Herbst auf Herbst/Frühjahr umgestellt. Das bedeutet dass eine Dreierserie gespielt werden musste. Die Blau/Weißen stiegen in die 1. Kreisklasse auf. Es wurde eine großartige Serie gespielt. Nicht nur statistischen Wert haben dabei die hervorragenden Leistungen der Stürmer Manfred Balzke und Gerhard Grünberg. Von den 123 geschossenen Toren konnten sie 57 bzw. 49 auf sich vereinigen. Die 1. Mannschaft entwickelte sich zu einer der Spitzenmann-schaften des Kreises. Spielstarke Spieler wie Klaus Schade, Erwin Zach, Günter Zach, Dieter Scholz, Jürgen Srenk und Fritz Greiner kamen inzwischen in die Mannschaft.

1969 begannen die "Goldenen Jahre". Aber der Reihe nach.
Vom Bezirksausschuss Fußball Cottbus wurden Spiele um den Goldenen Traktor ausgeschrieben. Teilnahmeberechtigt waren Gemeinschaften von Orten unter 1000 Einwohnern. Die Gemeinde Branitz hatte um die 800 Einwohner. Die Spiele fanden in der Regel von Januar bis März statt, also vor der 2. Halbserie des jeweiligen Spieljahres. Intensives Training war angesagt. Unter dem Spieltrainer Manfred Balzke, welcher bereits seit 1960 den Übungsbetrieb leitete, wurde unmittelbar nach den Feiertagen (Weihnachten, Jahreswechsel) hart gearbeitet und das kam heraus:


08.03.1969 Bezirkstraktorpokalsieger
06.03.1970 2.Platz
10.04.1971 Bezirkstraktorpokalsieger
04.06.1972 2.Platz
20.04.1973 Bezirkstraktorpokalsieger

Endspielgegner war immer die BSG Traktor Groß-Breesen. Zu erwähnen ist in diesem Zusam-menhang auch, dass die Qualifikation für die Bezirksspiele im Kreis erreicht werden musste. Also kommen noch 5 Endspielsieger aus dem Kreis hinzu. "Nebenbei" wurden die Blau-Weißen am 8.6.1972 noch FDGB-Pokalsieger.

Im Spieljahr 72/73 wurde sogar der Aufstieg in die Bezirksklasse geschafft. Doch das spielerische Niveau reichte nicht aus, um die Klasse zu halten. Ein Abstieg hat in der Regel einen Generationswechsel zur Folge. So beendeten die Sportfreunde Jürgen Knöfel, Hans-Jürgen Balzke, Manfred Balzke sowie Günter Buttenschön ihre Laufbahn. Es rückten in die 1. Mann-schaft: Dieter Schelzke, Norbert Regel, Eberhard Kunze und Bernd Lehmann. Nach Abschluss des Spieljahres 1974/75 beendete Sportfreund Manfred Balzke die Übungsleitertätigkeit im Männerbereich. Ab dem Spieljahr 1975/76 leitete er die Spiele als Schiedsrichter im Bezirks-maßstab.
Die mahnenden Worte in den letzten Jahren an die jungen Sportfreunde wurden stets überhört und führten zu einem Talrutsch.

1978 musste der Kreisliga "ade" gesagt werden. Es kam noch schlimmer. Nach dem Spieljahr 1980/81 fand man sich in der 2. Kreisklasse wieder. Im Sommer 1981 wurde die Orientierung auf den sofortigen Wiederaufstieg im Spieljahr 1981/82 mit allen Beteiligten durchgesprochen. Mit guter Trainingsintensität wurde der Grundstein zum Staffelsieger gelegt. Erst im April wurde das erste und einzige Spiel gegen Werben II verloren.
Acht Jahre hat es gedauert, ehe mit der Serie 1985/86 die höchste Klasse des Kreises wieder erreicht wurde. Viel Einsatz und Zurückstellung privater Dinge einer Vielzahl von Spielern ließ die Mannschaft als homogenes Team reifen. Das setzte sich auch im Spieljahr 1986/87 fort. Herbstmeister wurde die Mannschaft inoffiziell - verbunden mit dem wohl spektakulärsten Sieg in Werben. Aus einem 0:3-Rükkstand wurde ein 4:3-Sieg erspielt. An diese Geschlossenheit konnte die Mannschaft in der 2. Halbserie nicht mehr anknüpfen und wurde am Ende Achter. Bedenklich, ja schon katastrophal war der Umfang des Spielerkreises im Männerbereich insgesamt. Durch Langzeitverletzte und ein gewisses Desinteresse wurden die einsatzfähigen Spieler derart dezimiert, dass viele Akteure der Altliga mehrfach in der 2. Mannschaft aushelfen mussten. Für die schwere Saison 1991/92 keine gute Ausgangslage. Warum solche Angstzustände? Im Jahr 1990 wurde der Fußballlandesverband Brandenburg gegründet, dem der SV Eiche Branitz angehört. Für das Jahr 1992 war vorgesehen, aus den Kreisen Cottbus Stadt/Land, Forst und Spremberg den Fußballkreis Niederlausitz mit 87 Vereinen zu bilden.

Eine Konsequenz daraus ergab sich für die Branitzer Kicker. Sie mussten im Spieljahr 1991/92 mindestens den 7. Tabellenplatz erreichen, um künftig in der Kreisliga des Großkreises zu spielen. Doch leider, bei allen guten Vorraussetzungen, wurden in der 1. Halbserie 91/92 Spiele verloren, die gedanklich schon auf dem Punktekonto standen. Der 11. Tabellenplatz zum Herbstabschluss war leider zu wenig. Aussprachen des Vorstandes mit dem Übungsleiter, Sportfreund Jürgen Rademacher, und den Spielern deckten zwar die Mängel auf, aber eine Wende in der Trainingsbeteiligung trat nicht ein. So kam nur der 9. Tabellenplatz am Ende der Saison heraus. Branitz spielte ab dem Spieljahr 1992/93 in der 1. Kreisklasse Staffel Nord. Vier Spieler aus der aufgelösten A-junioren-Mannschaft wanderten nach Dissenchen ab. Unabhängig vom Abstieg wurde in der Woche vom 20. bis 28. Juni das 90-jährige Bestehen mit einem umfangreichen Programm begangen.

Im Spieljahr 1992/93 belegte die Mannschaft dann den 3. Tabellenplatz. Nur der SG Willmersdorf und dem SV Drachhausen 03 musste der Vortritt gelassen werden. Soweit ein ordentlicher Tabellenplatz. Es zeigte sich aber, dass das Verhältnis Mannschaft - Übungsleiter künftig keine weitere Entwicklung der Leistungsfähigkeit der Mannschaft gewährleistete.
Im gegenseitigen Einvernehmen wurde die Übungsleitertätigkeit des Sportfreundes Jürgen Rademacher beendet. Sportfreund Fred Hoffmann wurde nun der Übungsleiter. Erstmalig wurde mit dem Sportfreund Kai Matschke auch ein Co-Übungsleiter eingesetzt. Es sollte damit erreicht werden, dass sich die Spieler der aufgelösten A-Junioren schneller im Männerbereich integrieren.

Im Spieljahr 1993/94 hatte die 1. Männermannschaft den "Weihnachtsmeister" 1993 nur auf Grund des schlechteren Torverhältnisses gegenüber dem SV Drachhausen 03 verpasst. Aus diesem Grund gab der Vorstand auf seiner Sitzung am 02.02.1994 die Zielstellung heraus "Aufstieg in die Kreisliga mit allen Mitteln erreichen". Wir wissen nunmehr, dass es 4 Spiele in der 2. Halbserie gab, an die man sich gern auch nach Jahren noch erinnert. Nicht nur weil sie gewonnen wurden, sondern weil sie gleichzeitig wichtiger Meilenstein auf dem sportlichen Weg des Vereins waren. Dazu zählt:
-das 1:0 im Nachholspiel gegen TV 1861 Forst und
-das legendäre 1 :0 bei Lok CottbusII. Vervollständigt wurde der Triumph durch die Siege in den Relegationsspielen mit einem 2:1 auswärts und mit 5:0 im Heimspiel gegen den SV 1895 Spremberg..

Branitz war wieder in der Kreisliga.

Die Zielstellung für das Spieljahr 1994/95 - Klassenerhalt in der Kreisliga - konnte nicht in die Praxis umgesetzt werden. Die 1.Mannschaft stellte sich selbst das Ziel, im Spieljahr 1995/96 sofort den Wiederaufstieg zu erringen. Aus dem Vorhaben wurde leider nichts: Nur Platz 5. in der 1.Kreisklasse. Es folgte die erste sportliche Krise der Vereinsgeschichte. Die Erfolglosigkeit nahm drastisch zu. Die Folge: Spielerabgänge, Trainerprobleme, Nachwuchsspieler wechselten zu anderen Vereinen. Mit Ach und Krach wurde die 1.Kreiskl. in den nächsten Jahren gehalten.

Im Sommer 1999 wurde an dem Aufbau einer neuen Mannschaft gearbeitet. Sportfreund L. Schulz kam aus Briesen zurück. Gemeinsam mit dem Abteilungsleiter Fußball, dem Sportfreund Wilfried Neufert, investierten beide viel Zeit in den Transfer von Spielern. Die Arbeit lohnte sich. Vier neue, gute Spieler konnten an den Verein gebunden werden. Als Übungsleiter wurde Henri Sack gewonnen. Nach seiner schweren Verletzung gleich zu Beginn der Saison 99/2000 übernahm Lothar Schulz erneut die Mannschaft. Nach dem 3. Tabellenplatz der 1. Halbserie wurde in der 2. Halbserie der "Sack zugebunden" und der Aufstieg zur Kreisliga erreicht.

Im Spieljahr 2000/01 war die Mannschaft bemüht, einen ansprechenden Fußball den Zuschauern zu bieten. Doch die Blau-Weißen konnten sich nicht aus der Abstiegszone befreien. So lagen die Nerven bei den Spielern, Funktionären und Zuschauern blank. Erst im letzten Punktspiel konnte sich die Mannschaft vom Abstieg retten. Ein 2:1 Heimsieg gegen den SV Motor Cottbus- Saspow war die Erlösung vor dem Abstiegsgespenst.

Für das Spieljahr 2001/02 konnte sich der SV Eiche Branitz gezielt verstärken. Die Sportfreunde Karsten Kohlhase, Alexander Klose, Raik Friedrich, Frank Merkel und Maik Borchert brachten eine neue Qualität in die Mannschaft. Dies spiegelt sich auch im Tabellenstand nach der 1. Halbserie wieder. Mit 32 Punkten und einem Torverhältnis von 27:20 rangiert die Mannschaft auf Platz 3.